Tradition

Derby / amerik.: Blucher / engl.: Gibson  Derby
Dieser Schuhklassiker aus der Zeit des beginnenden 19. Jahrhunderts wurde angeblich entwickelt für einen Grafen von Derby. Mit glattem Blatt und häufig derber Bodenausführung ist er auch bekannt als Blucher, benannt nach dem preußischen Generalfeldmarschall von Blücher, der seine Offiziere mit einem solchen Schuhtyp ausstatten ließ. Charakteristisch für den Derby ist die offene Schnürung. Beim Derby liegen die Seitenteile auf dem glatten Vorderblatt auf. Das Vorderblatt selbst geht in die Zunge über. Der Derby eignet sich aufgrund seiner Machart auch für breitere Füße oder einen hohen Spann (Rist). Die glatte Form ohne Lyralochung nennt sich Plain Derby. Der Derby mit Quernaht über den Zehen (Schuhspitze, Schuhkappe) nennt sich Cap Toe. Mit der charakteristischen Lyra Lochung werden Derbys zu Brogues. Budapester sind weitere Varianten des Derby. Der Derby ist vielseitig einsetzbar und kann sowohl mit Businesskleidung als auch zur Jeans kombiniert.

Brogue / der Budapester  Budapester
Das Wort Brog ist gälisch und bedeutet Schuh. Der Brogue geht auf die Hirten in Schottland und Irland zurück. Diese bohrten sich Löcher in ihre Schuhe, um in den Sumpfgebieten in die Schuhe eingedrungenes Wasser wieder abfließen zu lassen. Der Brogue ist gekennzeichnet durch unterschiedliche Lochverzierungen des Schafts. In Ungarn erlangte der Flügelkappenschuh als Full-Brogue mit rustikaler Derby-Schnürung als Budapester sein eigenes Erscheinungsbild. Den Brogue gibt es als Full- oder Halfversion (auch Semibrogue genannt), für beide gilt : erst durch die charakteristische Lochung werden sie überhaupt zu Brogues. Der Semibrogue hat insgesamt weniger Lochungen, diese sind vor allem auf der Spitze. Er sieht dadurch meistens etwas feiner aus und kann somit auch gut zum Anzug getragen werden (in schwarz wirkt der Semibrogue noch schlichter). Der Fullbrogue hat mehr Lochungen und ist auch bekannt als Budapester, das ist die ungarische Variante des britischen Vorbilds. Kommen zum Fullbrogue noch derbe Ledersohlen hinzu, eignet er sich für den Casual-Look in der Freizeit.

Oxford Oxford 
Der Legende nach waren es Studenten des Oxford College, die den Oxford-Schuh um 1850 populär machten. Galten bis dahin hohe Stiefel in der Herrenwelt als elegant, befanden die Akademiker den Oxford, einen geschnürten Halbschuh, als besseres Ausdrucksmittel für ihren Stil. Wenig später etabliert sich der Oxford vor allem als klassischer Sommerschuh. Heute gilt der Oxford als das eleganteste Herrenschuhmodell und darf in keinem Schuhschrank fehlen. Den Oxford erkennt man an der geschlossenen Schnürung. Dabei sind die für die Schnürung verantwortlichen Seitenteile unter das Vorderblatt – so lautet die Bezeichnung für den vorderen Teil des Schuhs – genäht. Von der Lasche ist lediglich der obere Rand zu sehen. Durch die er sehr zurückhaltend wirkt. Meistens hat er über den Zehen (Schuhspitze, Schuhkappe) eine Ziernaht, die Cap-Toe genannt wird. Klassisch in schwarzem Leder passt er perfekt zum Business-Outfit und zum Smoking. In Cognacfarben oder Velourleder (Wildleder, engl. Suede) kann er auch zur Jeans oder Chino-Hose getragen werden.

Loafer Loafer
Mit Loafer (Englisch = Faulenzer) bezeichnet der Fachmann einen Schlupfhalbschuh mit Absatz (deutsch: Slipper, Slip-on (England) oder Schlüpfer (Österreich und Schweiz). Die ersten Loafer wurden wahrscheinlich Anfang 1910 in Amerika hergestellt. In den 30-ìger Jahren wurde das Modell häufig an amerikanischen Universitäten getragen, wo es sich schnell zum Standardschuh entwickelte und seinen heutigen Modellnamen erhielt „Pennyloafer“ (angeblich steckten die Studenten einen Penny als Glücksbringer in die Aussparung der Schaftbrücke über dem Rist). Klassisch im schwarzem Leder wird er mittlerweile auch für geschäftliche Anlässe akzeptiert. In Cognac u. Brauntönen ist der Loafer der Freizeit vorbehalten.


MonkMonk
Halbschuhe mit seitlicher Schließe bezeichnet man als „Monks“. Der Monk zählt zu den Grundmodellen der klassischen Herrenhalbschuhe im Derbyschnitt. Statt einer Schnürung wird der Monk mit einem, oder zwei Riemen verschlossen (Doppelmonks genannt).Es wird angenommen, dass das Modell Monk auf alpenländische Mönche im 15.Jahrhundert zurückzuführen ist, daher auch die Namensentstehung „Mönchsschuh“. Einen gesicherten Beleg der Existenz des Monkstraps stammt hingegen erst aus dem Jahr 1901. Monks sind meist unverziert, doch gibt es sie auch als Halfbrogues und recht selten auch mit einer verzierten Flügelkappe. Bis auf sehr förmliche Anlässe sind Monks zu fast allen Kleidungsstilen kombinierbar – von der Jeans bis zum Geschäftsanzug.


Norweger Norweger
Der Norweger ist ein klassischer Herrenschuh im Derbyschnitt (Schnürteile sind aufgesetzt), mit einem eingenähten Schafteinsatz sowie einer für dieses Modell typischen senkrechten Teilungsnaht, mittig an der Schuhspitze. Die sportlich, rustikale Variante, mit den auffälligen Schaftkanten passt hauptsächlich zur Freizeitkleidung. Die elegantere Variante nach franzöischer Art, bei welcher die Nähte der Schafteinsätze deutlich dezenter gehalten und die Schafteinsatzkanten nach innen geschlagen sind, kann auch zu Anzügen getragen werden.

Boots (Chelsea Boot) Chelsea Boot
Der Chelsea-Boot ist ein Herren-Stiefel, dessen Schaft etwas höher als der Knöchel reicht. Charakteristisch für den Chelsea-Stiefel sind zwei Gummibandeinsätze, rechts und links vom Fußgelenk, die für ein komfortables An- bzw. Ausziehen des Stiefels sorgen. Unter dem Begriff "Beatle-Boot" wurde der Chelsea Boot in den sechziger Jahren populär (in Deutschland wird er häufig als Beatle-Stiefel bezeichnet) und ist nach wie vor in vielen Herrenschuhkollektionen zu finden. Bis auf sehr förmliche Anlässe ist er der passende Schuh für unkonventionelles Business und paßt fast zu allen Kleidungsstilen.