
Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Herstellung von rahmengenähten Schuhen ist die Verwendung von ausgewähltem Leder in bester Qualität.
Für das Oberleder wird feines Kalbleder (Boxcalf) oder kerniges Rindleder häufig aus Italien und Frankreich verarbeitet. Das robuste Pferdeleder welches auch den Namen Cordovan-Leder hat kommt häufig aus den USA (in Chicago befindet sich eine der letzten Gerbereien).
Leder ist ein Naturprodukt mit einzigartigen Eigenschaften wie Elastizität, hoher Zug- und Abriebfestigkeit sowie Atmungsaktivität. Gerade bei rahmengenähten Schuhen ist die Auswahl des Leders entscheidend für Eleganz, Tragekomfort, Passform und Lebensdauer der Schuhe. 
Im Bodenbau kommt bei den Brandsohlen echtes Rindleder zum Einsatz, im Zwischensohlenbereich ist meist eine Korkausballmasse eingearbeitet, so dass der Fuß im Laufe der Tragezeit darin sein eigenes Fußbett ausbildet. Für die Lauf- und Zwischensohlen wird hochwertig gegerbtes Rindleder verwendet. Ein abriebfester Gummifleck verstärkt den Absatz.
Der Mensch hat in der Fußsohle 200 mal so viele Poren wie auf der übrigen Haut, und die können durch Brandsohle, Korkschicht und Lederlaufsohle ungestört atmen. Bei einem geklebten Schuh ist dies durch die Klebstoffschicht bzw. Gummisohle über die Sohlenfläche selbst bei bestem Material nicht möglich.
Auch Feuchtigkeit, Hitze oder Kälte können rahmengenähten Schuhen nichts anhaben, solange die Materialien, insbesondere die Sohlen nicht verschlissen sind. Aber selbst dafür hat der rahmengenähte Schuh ein As im Ärmel: Er lässt sich nämlich im Unterschied zu geklebten Schuhen auch mehrmals auseinandernehmen und wieder neu besohlen. Dies ist sinnvoll, da alte rahmengenähte Schuhe eingetragen sind und sich den Füßen perfekt angepasst haben.